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Die 81. Auflage des Langstreckenklassikers ging bei wechselhaftem Wetter mit zahlreichen Regenschauern und unter schwierigsten Bedingungen über die Bühne. Umso größer war die Erleichterung nach dem ersten Sieg des neuen Porsche 911 RSR. Das Porsche AG Team Manthey stand bei der Zieldurchfahrt geschlossen auf der Boxenmauer, um seinen Helden einen gebührenden Empfang zu bereiten. Mittendrin Dr. Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG, Vorstandsvorsitzender Matthias Müller sowie die Vorstände Wolfgang Hatz (Forschung und Entwicklung) und Bernhard Maier (Vertrieb und Marketing), die den größten Teil des Rennens rund um die Uhr in der Porsche-Box aus nächster Nähe miterlebten.

Bereits in der Stunde nach dem Start machten die 911 RSR in ihrem erst dritten Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC, für die Le Mans als dritter Lauf mit doppelter Punktzahl gewertet wird, Plätze gut. Mit schnellen Rundenzeiten und großer Zuverlässigkeit kämpfte vor allem der Elfer mit der Startnummer 92 von Anfang an um den Sieg. Die Boxenstopps waren meistens reine Routine: Tanken, Reifen, Fahrerwechsel – dann ging’s zurück auf die Strecke. Beide Werks-Porsche hatten über die gesamte Distanz nicht das kleinste technische Problem, sieht man einmal von einer Rückleuchte ab, die am 911 RSR mit der Startnummer 91 nach einer unverschuldeten Berührung mit einem Konkurrenten ausgetauscht werden musste. Der zweite vom Porsche AG Team Manthey eingesetzte Renner wurde kurz nach dem Start etwas zurückgeworfen, als sich das Safety Car genau vor Jörg Bergmeister setzte und der Porsche-Werksfahrer dadurch fast zwei Minuten verlor.

Während einige Konkurrenten auf der schwierigen, teils nassen und teils trockenen Strecke ins Straucheln gerieten, kamen die 911 RSR problemlos durch die Nacht und unterstrichen mit konstant schnellen Rundenzeiten ihre Ambitionen auf den ersten Sieg. Selbst als eine gute Stunde vor dem Ziel noch einmal wolkenbruchartiger Regen niederging und seine Verfolger die letzten Angriffsversuche starteten, ließ sich Richard Lietz am Steuer der Nummer 92 nicht aus der Ruhe bringen. In den letzten Rennstunden hatte auch die Nummer 91 weiter Boden gut gemacht und sich noch vor die Aston Martin und Ferrari an die zweite Stelle gesetzt. Diesen grandiosen Doppelsieg ließen sich die Porsche-Werksfahrer dann nicht mehr nehmen.

In der Klasse GTE-Am lagen zeitweise gleich drei Porsche 911 GT3 RSR an der Spitze. Am Ende holten Raymond Narac, Christophe Bourret und Jean-Karl Vernay, der von Porsche in dieser Saison im Porsche Mobil 1 Supercup gefördert wird, den Sieg. Vor allem für Jean-Karl Vernay, den Gewinner der International Cup Scholarship 2012, ging damit ein Traum in Erfüllung. Auch der Porsche-Rennfahrer Patrick Dempsey, der mit Porsche-Werksfahrer Patrick Long und Joe Foster die rein amerikanische Besatzung des 911 GT3 RSR des Teams Dempsey Del Piero-Proton bildete, lag streckenweise in Führung. Nachdem er allerdings von einem Sportprototypen unverschuldet von der Strecke gerammt worden war, musste er den Traum vom Sieg bei seinem ersten Le-Mans-Start mit Porsche aufgeben.

Überschattet wurde das Rennen in Le Mans vom Tod des Dänen Allan Simonsen. Der Aston-Martin-Pilot prallte in der vierten Rennrunde in der schnellen Kurve Tertre Rouge in die Leitplanken und erlag wenig später im Medical Centre des Circuit des 24 Heures seinen schweren Verletzungen.

Dr. Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG: „Mit den Klassensiegen 99 und 100 und dem Doppelsieg des neuen 911 RSR waren diese 24 Stunden von Le Mans ein grandioser Erfolg für Porsche. Ich gratuliere allen, die dazu beigetragen haben, ganz herzlich. In unsere Freude mischt sich aber auch Trauer und Bestürzung über den Tod von Allan Simonsen. Wir haben nicht nur einen passionierten Rennfahrer verloren, sondern auch einen guten Freund der Porsche-Motorsportfamilie. Sein erstes 24-Stunden-Rennen in Le Mans ist er 2007 mit einem Porsche gefahren. Mit unserem Werksfahrer Marc Lieb hat er bereits 2005, ebenfalls in einem Porsche, zwei Rennen der Le Mans Endurance Series bestritten. Unser Mitgefühl in dieser schweren Stunde gilt seiner Familie sowie dem Team von Aston Martin und seinen Teamkollegen.“
Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender Porsche AG: „Das waren sehr aufregende 24 Stunden und ein Rennen mit einer Abwechslung, wie wir es sicherlich alle selten erlebt haben. Es war spannend von der ersten bis zur letzten Minute. Am Schluss war das Glück auf unserer Seite. Aston Martin war ein großartiger Gegner. In dieser Stunde sollten wir auch an den tödlich verunglückten Allan Simonsen denken. Für den Motorsport und für Aston Martin ist das eine große Tragödie. Nichts desto trotz hat Porsche einmal mehr bewiesen, dass es im GT-Sport der Hersteller ist, den man erst einmal schlagen muss. Das stimmt uns zuversichtlich für 2014.“
Wolfgang Hatz, Vorstand Forschung und Entwicklung Porsche AG: „Ich bin unheimlich stolz darauf, was die ganze Mannschaft hier geleistet hat. Einen Doppelsieg in der Pro-Klasse und dann auch noch einen Sieg durch unsere Kundenteams, mehr kann man sich nicht wünschen.“


Hartmut Kristen, Porsche-Motorsportchef: „Im Jahr des 50. Jubiläums des 911 und 15 Jahre nachdem letztmals ein Porsche-Werksteam in Le Mans am Start war, ist dies das tollste Ergebnis, das man sich vorstellen kann. Ich meine damit aber nicht nur die Leistung unseres Pro-Teams. Auch unsere Kundenteams haben eine großartige Leistung gezeigt. Mehr konnten wir hier nicht erreichen. Das Rennen war spannend für die Zuschauer und hat viel Nerven gekostet, doch das Ergebnis war all das auf jeden Fall wert.“


Olaf Manthey, Teamchef Porsche AG Team Manthey: „Mir bleibt bei diesem Erfolg immer noch die Spucke weg. Nach der vorletzten Safety-Car-Phase hatte ich das Rennen schon abgehakt. Ich kann den Erfolg immer noch nicht begreifen. 1999 war ich zum ersten Mal mit Porsche in Le Mans und auch damals haben wir gewonnen. Jetzt komme ich nach 15 Jahren zurück und schon klappt es wieder. Der liebe Gott hat allerdings ein Drehbuch geschrieben, das meine Nerven fast zerrissen hätte.“


Marc Lieb (#92): „Das ist ein Märchen. Mit dem neuen RSR im ersten Anlauf Le Mans zu gewinnen, das haben wir in unseren kühnsten Träumen nicht erwartet. Ich bin richtig stolz auf meine Teamkollegen und das ganze Team, das den 911 RSR in so kurzer Zeit zu einem Siegerauto in Le Mans gemacht hat.“


Richard Lietz (#92): „Ich habe auch bei meinem letzten Stint, als es für uns um alles ging, keinen großen Druck verspürt. Aber von Anfang an hatte ich den Tod des Kollegen im Kopf, da wird der Kampf um Zehntel und Positionen nebensächlich. Ich glaube, kaum ein Fahrer konnte sich so richtig konzentrieren, so viele Safety-Car-Phasen habe ich in Le Mans noch nie erlebt. Wir haben heute Glück gehabt mit dem Regen, es aber auch gebraucht bei diesen schwierigen Bedingungen. Wir sind glücklich und stolz auf unsere Leistung und das Auto, mit den Gedanken aber ganz woanders.“


Romain Dumas (#92): „Dieses Rennen war von Anfang an voller Spannung und Emotionen. Es begann mit dem traurigen Unfall von Allan Simonsen, am Ende hatten wir Glück mit dem Regen, der uns sehr geholfen hat. Allerdings hatten wir am Anfang viel Ärger mit dem Safety Car. Dieser Erfolg ist natürlich toll für Porsche und das 50-jährige Jubiläum des 911.“


Jörg Bergmeister (#91): „Ich hatte nach dem tödlichen Unfall von Allan sehr gemischte Gefühle. Platz eins und zwei ist natürlich ein Traumergebnis, mit dem wir im Vorfeld bei der angenommen Überlegenheit von Aston Martin nicht rechnen konnten. Wir hatten ein Super-Auto, aber leider auch ein bisschen Pech. Wir waren aber immer bei der Musik, Platz zwei ist sehr versöhnlich.“


Patrick Pilet (#91): „Es ist ein stolzer und glücklicher, aber auch ein trauriger Tag. Wegen der Umstände werden wir das alles erst in ein paar Wochen realisieren. Im Moment denken wir alle an Allan und deshalb ist dieser Erfolg für mich nicht der schöne Moment, der er eigentlich sein sollte. Wir sind mit einem neuen Auto hierher gekommen, haben alle zusammen unheimlich viel gearbeitet und zusammen mit Porsche für dieses Ergebnis gekämpft.“


Timo Bernhard (#91): „Es war ein sehr bewegendes, schweres Rennen, mit ständig wechselnder Witterung. Einen Podiumsplatz haben wir uns gewünscht, der Doppelsieg ist ein Hammer für Porsche und speziell für mich, weil es mein letztes Rennen mit dem 911 RSR war. Wir waren von Anfang an richtig schnell, haben aber zu Beginn durch das Safety Car zwei Minuten verloren, denen wir das ganze Rennen lang hinterher gefahren sind. Am Ende hatten wir alle das nötige Glück und ich gratuliere meinen Teamkollegen zum Sieg. Das war ein ganz toller Tag für das ganze Team.“
Jean-Karl Vernay (#76): „Porsche unterstützt mich in dieser Saison im Porsche Mobil 1 Supercup. Ich wollte auch in Le Mans beweisen, dass sie mir zu Recht vertrauen. Ich denke, das ist mir gelungen. Ich hatte ein großartiges Wochenende.“


Patrick Long (#77): „Ich habe mir für Patrick und Joe so sehr gewünscht, zusammen mit ihnen aufs Podium zu fahren. Sogar ein Sieg wäre möglich gewesen. Das Auto war so unglaublich gut, doch es war nicht unser Rennen. Für Porsche ist heute ein großer Tag. Ein Doppelsieg in Le Mans mit dem neuen 911 RSR – das ist fast nicht zu glauben. Meine Glückwünsche an alle, die in Weissach daran mitgearbeitet haben.“


Patrick Dempsey (#76): „Patrick Long hat einen fantastischen Job gemacht. Er ist so gut gefahren, so schnell. Ich bin glücklich, ihn im Team zu haben. Er inspiriert mich unheimlich. Porsche hat uns ein sehr gutes Auto gegeben. Wir waren so nah am Podium. Mit Porsche in Le Mans zu sein ist ein unglaubliches Erlebnis. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich Teil dieses tollen Projekts sein durfte.“

Der vierte Lauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC wird am 1. September in Sao Paulo/Brasilien ausgetragen.


Rennergebnis
Klasse GTE-Pro
1. Dumas/Lieb/Lietz (F/D/A), Porsche 911 RSR, 315 Runden
2. Bergmeister/Bernhard/Pilet (D/D/F), Porsche 911 RSR, 315
3. Dumbreck/Mücke/Turner (GB/D/GB), Aston Martin, 314
4. Magnussen/Garcia/Taylor (DK/E/USA), Chevrolet Corvette, 312
5. Beretta/Kobayashi/Vilander (MC/J/SF), Ferrari 458 Italia, 312
6. Bruni/Fisichella/Malucelli (I/I/I), Ferrari 458 Italia, 311

Klasse GTE-Am
1. Narrac/Bourret/Vernay (F/F/F), Porsche 911 GT3 RSR, 306 Runden
2. Perazzini/Case/O’Young (I/I/CDN), Ferrari 458 Italia, 305
3. Gerber/Griffin/Cioci (ZA/IRL/I), Ferrari 458 Italia, 305
4. Dempsey/Long/Foster (USA/USA/USA), Porsche 911 GT3 RSR, 305
7. Henzler/Gibon/Milesi (D/F/F), Porsche 911 GT3 RSR, 300
8. Ried/Roda/Ruberti (D/I/I), Porsche 911 GT3 RSR, 300
9. Collard/Perrod/Crubile (F/F/F), Porsche 911 GT3 RSR, 298

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