Standortbestimmung

Foto: Porsche

Nachdem 2015 alle Porsche in jedem Qualifying die ersten Plätze belegten, gelang es Audi in Silverstone sich die erste Startreihe zu sichern. Für die Audi-Piloten sicher ein ungewohntes Bild, am Start freie Sicht zu haben. Allerdings kam die erste Startreihe für Audi eher glücklich zustande, da die Wetterbedingungen ein normales Qualifying verhinderten.

Trotzdem: Audi auf der Pole. Glückwunsch!

Im Rennen zeigte sich dann schnell, dass der Porsche 919 immer noch das Maß der Dinge ist. In der 7. Runde kassierte Webber mit einem hervorragenden Überholmanöver die #8, zehn Runden später mit einem ähnlich großartigen Manöver die #7. Anschließend trat Webber die Flucht nach vorn an.

In der 27. Runde übergab Webber den Wagen für einen Doppelstint an Brendon Hartley, der den Vorsprung permanent ausbaute. Nach seinem ersten Boxenstopp hatte Brendon 44 sec. Vorsprung auf den Zweitplazierten. In der 71. Runde riss ein spektakulärer Unfall mit einem GT den führenden Porsche 919 dann aus dem Rennen. Bei diesem Unfall entging Hartley nur mit Glück einem Überschlag. Beide Fahrer blieben unverletzt, beide Wagen aus dem Rennen.

Nach dem Unfall der #1 übernahm das Schwester-Auto die Führung. Ein bisher nicht bekannt gewordenes Problem hinderte den Wagen jedoch, ähnlich gute Zeiten zu fahren wie vorher das Sister-Car. Zwar fuhr Neel mit einer 1.40,303 min. die schnellste Runde des Rennens, jedoch ließ sich der 919 nicht so konstant schnell bewegen wie die #1. Folglich kann der Porsche die Führung nach dem Restart nicht lange verteidigen und muss sich vom Audi #7 überholen lassen.

Das Rennen blieb bis zum Schluss spannend, denn trotz des Problems der #2 hatte der Wagen Siegchancen. Diese zerbröckelten erst, als der Wagen in der letzten Rennstunde direkt nach einem planmäßigen Boxenstopp zu einem außerplanmäßigen Reifenwechsel an die Boxen musste. Damit war klar, dass der 919 den führenden Audi nicht mehr würde einholen können.

Nach dem Rennen wurde am Audi eine zu dünne Bodenplatte festgestellt. Der Audi wurde darauf hin disqualifiziert. Audi legte Protest gegen den Wertungsausschluss ein. Diesen Protest zog man jedoch einige Tage später wieder zurück. Audi begründete den ungewollten Regelverstoß damit, dass sich die Skid-Pads durch das Aufschaukeln des Wagens zu sehr abgenutzt hatten.

Welche Erkenntnisse brachte des erste Lauf zur Langstreckenweltmeisterschaft?

Betrachtet man die schnellsten Runden im Rennen liegen die drei Werks-Teams relativ eng beisammen:

• Porsche:          1.40,303 min.
• Audi:               1.40,461 min.
• Toyota:            1.40,657 min.

Diese Zeiten sagen jedoch nichts über den Abbau der Reifen und das Handling des Wagens aus. So fuhr Jani im Porsche 919 die schnellste Runde des Rennens, konnte aber nicht konstant schnell fahren. Dazu kommt die Tatsache, dass Hartley bei seinem Unfall bereits gut 46 sec. Vorsprung auf den Zweitplatzierten hatte. Hochgerechnet auf die 6 Stunden wäre es eine Runde geworden.

Fazit: Porsche hat immer noch das schnellste Auto. Audi hat den Rückstand zu Porsche verkleinert, kämpft aber noch mit der Standfestigkeit. Toyota hat auf Audi und Porsche Boden gut gemacht, brachte beide Autos ins Ziel und führt folglich die Meisterschaft an.

Die Saison verspricht wieder enorm spannend zu werden. Sogar noch spannender, als die 2015er Saison.

Sechsstundenrennen Silverstone (GB), Rennergebnis:

1. Dumas/Jani/Lieb (FR/CH/DE), Porsche 919 Hybrid, 194 Runden

2. Conway/Kobayashi/Sarrazin (GB/JP/FR), Toyota TS050 Hybrid
3. Imperatori/Kraihamer/Tuscher (IT/AT/CH), Rebellion R-One AER
4. Heidfeld/Piquet jr./Prost (DE/BR/FR), Rebellion R-One AER
5. Albuquerque/Gonzalez/Senna (PT/MX/BR), Ligier JS P1-Nissan

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Fotos: Porsche