FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC, 2. Lauf, Spa (B)

6h Spa Francorchamps


Das Rennen aus der Sicht von...

... Toyota:

Was im Training begann, setzte sich im Rennen fort: Zum Unglück gesellte sich Pech. Toyota hatte Elektronikprobleme mit der "1" und musste schrauben, war zudem schlicht zu langsam und landete nach 6 Stunden nur auf den Plätzen 5 und 8.

Es stellte sich zwangsläufig die Frage: Mauert Toyota im Hinblick auf Le Mans?

 

... Porsche:

Porsche machte anfangs die Pace. Den ersten Rückschlag gab es, als die "19" ausgerechnet mit einem Werks-Porsche 911 RSR  kollidierte. Nach dem Einschlag in die Streckenbegrenzung brachte Nick Tandy den Wagen an die Box, wo er repariert wurde. Durch die ganze Aktion verlor man mehrere Runden auf die Spitze. Nach 32 Runden übernahm Nico Hülkenberg die "19" auf Platz 9 liegend und  startete die Aufholjagd.

Hartley führte das Rennen mit der "17" bis kurz vor seinem Boxenstopp an. Leider verbremste er sich und kam über den Notausgang auf die Strecke zurück. Dafür bekam er eine 15sekündige Stop&Go-Strafe. Damit war auch die "17" aus der Spitzengruppe ausgeschieden. Nachdem man auch noch einen Dämpfer wechseln musste, ging es nur noch um Schadensbegrenzung, die mit Platz 3 ganz gut gelang.

Die "18" übernahm nach ca. 90 min. die Spitze, nachdem die "17" die Stop&Go-Strafe antrat. Dumas baute bei seinem Doppelstint die Führung auf gut 27 Sekunden aus. Nach dem Boxenstopp übernahm Marc Lieb das Auto und ging als Zweitplatzierter wieder ins Rennen. In der Folge gab es einen harten Kampf mit dem Audi von Tréluyer. Dieser fuhr Marc Lieb dabei zweimal ins Auto - ohne bestraft zu werden. Nach 133 Runden übergab Dumas den Wagen an Neel Jani, der den Wagen als Zweitplatzierter ins Ziel brachte.

 

... Audi: Vom Glück verfolgt - von der Rennleitung verschont.

Audi profitierte vom enormen Pech der Porsche-Teams. Durch die 15-sec Strafe der "17" und dem Unfall der "19" wurde man nach vor gespült. Hilfreich war auch, dass die Aktion von Tréluyer, der den Porsche 919 von Mark Lieb beim Kampf um die Führung in Les Combes auf die Curbs abdrängte, nicht bestraft wurde. Der Porsche 919 war innen und vorn, also gehörte ihm die Kurve. Um einen Unfall zu vermeiden musste Lieb über die Curbs ausweichen. Kurze Zeit später fuhr Tréluyer Lieb in einer Kurve nochmal ins Auto, dieser konnte den Wagen jedoch abfangen. Warum die Herren der Rennleitung dies durchgehen ließen, bleibt deren Geheimnis, jedenfalls bekam ein GT für eine ähnliche Aktion eine Strafe.

Auch Audis Einbeziehung der Auslaufzonen in die Ideallinie, incl. komplettem Verlassen der Rennstrecke, wurde -im Gegensatz zu Silverstone- diesmal nicht bestraft.

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Fotos: Porsche

 

Sechsstundenrennen von Spa Francorchamps (B), Rennergebnis:

1. # 7  Fässler, Lotterer, Tréluyer  Audi R18 e-tron quattro  176 Runden  6:01'08.896 h

2. #18  Dumas, Jani, Lieb  Porsche 919 Hybrid  176 Runden  6:01'22.320 h

3. #17  Bernhard, Webber, Hartley  Porsche 919 Hybrid  175 Runden  6:02'07.087 h

4. # 9   Albuquerque, Bonanomi, Rast  Audi R18 e-tron quattro  174 Runden 6:02'54.347 h

5. # 2   Wurz, Sarrazin, Conway  Toyota TS 040 - Hybrid  173 Runden  6:01'11.616 h

6. #19  Hülkenberg, Bamber, Tandy  Porsche 919 Hybrid  173 Runden  6:02'03.416 h

7. # 8  Di Grassi, Duval, Jarvis  Audi R18 e-tron quattro  168 Runden  6:03'26.476 h

8. # 1  Davidson, Buemi  Toyota TS 040 - Hybrid  162 Runden  6:02'05.589 h

 

Fazit:

Die Porsche 919 verloren oft Zeit, weil sie vor Schikanen auf langsamere Wagen aufliefen. Audi hatte auch da mehr Glück. Glück, auch was die Bestrafungen anging. Trotzdem war der Sieg aufgrund der cleveren Strategie nicht unverdient.

Was Tréluyer unter "Fairplay" versteht ist korrekturwürdig.

Respekt für die Aktion von Timo Bernhard, der in Spa mit dem Helmdesign von Stefan Bellof, der 1985 in Spa tödlich verunglückte, antrat. Stefan ist unvergessen!

Mauert Toyota? Man kann es nur hoffen. In Le Mans werden die Karten aufgedeckt.

Nach dem Rennen in Spa gibt es bei der FiA Überlegungen, wie man die Wagen in Le Mans einbremsen kann. Geplant war ursprünglich, die Zeiten in Le Mans nicht unter 3:30 min. fallen zu lassen. Im Moment sind Zeiten um die 3:20 min. Zeiten zu erwarten - eventuell sogar noch darunter.

Man muss sich dabei die Frage stellen, ob es Sinn macht wenige Tage vor dem Rennen in Frankreich die Hersteller zu aerodynamischen Änderungen zu zwingen.