FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC 2016, 2. Lauf, Spa (B)


Never give up!


Der 2. Lauf zur Langstreckenweltmeisterschaft 2016 in Belgien war nichts für schwache Nerven!

 

Nach dem Qualifying sah es nach einer klaren Sache für Porsche aus. Man hatte den Rest der (Werks-) Welt um satte 2 Sekunden deklassiert! Wer wollte Porsche stoppen?

Das Rennen begann dann wie erwartet, bzw. aus der Sicht der Gegner, wie befürchtet: Porsche zog an der Spitze davon. Audi und Toyota machten sich auf die Verfolgung, wobei sich beide Toyota in der Startphase überrumpeln ließen und die Audi passieren lassen mussten. Nach einigen Runden aber machten die Toyota Druck und die # 5 kämpfte sich am Audi # 8 vorbei auf den dritten Platz zurück. Auch der # 6 gelang es schließlich den Audi  # 7 zu überholen. Toyota war bei der Musik!

Dann begann das Schicksal am Rad zu drehen. Zuerst wurde der Porsche # 2 plötzlich langsamer. Mehr als 2.05er Zeiten waren nicht mehr drin. Folglich fiel die # 2 auf den letzten "Werks-Platz", hinter die Audi und Toyota  zurück. Die Tatsache, dass man trotzdem weiterfuhr und die gefahrenen Zeiten ließen auf einen Ausfall des elektrischen Antriebsystems vermuten - was sich später dann auch bestätigte. Aufgrund des Punktesystems machte es trotzdem Sinn den Wagen im Rennen zu belassen - auch ohne darauf zu spekulieren, dass auch die Gegner Probleme bekommen würden. Denn mit einem 2. Platz hatte zu diesem Zeitpunkt sicher niemand ernsthaft gerechnet. Aber Langstreckenrennen sind immer für Überraschungen gut...

Mit den ersten Boxenstopps übernahm der Toyota # 5, der ohne Reifenwechsel das Rennen wieder aufnahm, die Führung. Timo Bernhard, der den Porsche # 1 von Brendon Hartley übernommen hatte, machte sich auf die Verfolgung des nun führenden Toyota und es kam dabei zu atemberaubenden Manövern. Bernhard überholte den Toyota in La Source, dieser konterte in der Eau Rouge. Ein Reifenschaden am Porsche verhinderte eine Fortsetzung des Duells. Die # 1 musste an die Box. Dieser Reifenschaden zog einen weiteren Reifenschaden nach sich, da Karosserieteile beschädigt wurden, die den neuen Reifen beschädigten. Durch die dadurch bedingten Drehzahlunterschiede an der Vorderachse wurde das vordere Getriebe des Porsche beschädigt und musste getauscht werden. Die Reparatur dauerte knapp 100 Minuten, damit hatte der Porsche mit dem Ausgang des Rennens nichts mehr zu tun. Mit dem 5. Platz in der Hybrid-Klasse gab es jedoch noch wertvolle WM-Punkte!

Toyota gab nun mit der # 5 den Ton an und alles sah nach dem ersten Toyota-Sieg seit 2014 aus. Es gab -außer Audi- wohl niemanden, der Toyota den Sieg nicht gönnte! Aber es sollte nicht sein. Nachdem schon die # 6 Motorprobleme bekam, nachdem es vorher einen Feindkontakt gab, bei dem die Front gewechselt werden musste, erwischte es auch die mit über einer Minute Vorsprung in Führung liegende 5. Eine dicke Rauchfahne deutete einen Motorschaden an.

Zwei Stunden vor Rennende führte nun der Audi # 8, vor dem angeschlagenen Porsche # 2, der nur mit dem Turbomotor unterwegs war. Da auch der Audi # 7 mit Problemen an der Box war, konnte der wehrlose Porsche 919 den zweiten Platz, hinter dem problemlos laufenden Audi # 8 ins Ziel retten.

Sechsstundenrennen Spa (BE), Rennergebnis:

1. Di Grassi/Duval/Jarvis (BR/FR/GB), Audi R18, 160 Runden
2. Dumas/Jani/Lieb (FR/CH/DE), Porsche 919 Hybrid, – 2 Rnd.
3. Imperatori/Kraihamer/Tuscher (CH/AT/CH), Rebellion R-One AER, – 4 Rnd.
4. Heidfeld/Piquet jr./Prost (DE/BR/FR), Rebellion R-One AER, – 5 Rnd.
5. Fässler/Lotterer/Tréluyer (CH/DE/FR), Audi R18, – 5 Rnd.
6. Rossiter/Trummer/Webb (GB/CH/GB), CLM P1/01 AER, – 9 Rnd.
...
27. Bernhard/Hartley/Webber (DE/NZ/AU), Porsche 919 Hybrid, – 48 Rnd.


Fahrer-WM-Wertung nach zwei von neun Läufen:

1. Dumas/Jani/Lieb (FR/CH/DE), Porsche, 43 Punkte
2. Imperatori/Kraihamer/Tuscher (CH/AT/CH), Rebellion, 30 Punkte
3. Di Grassi/Duval/Jarvis (BR/FR/GB), Audi, 25 Punkte
4. Heidfeld/Piquet jr./Prost (DE/BR/FR), Rebellion, 24 Punkte
5. Conway/Kobayashi/Sarrazin (GB/JP/FR), Toyota, 18 Punkte
6. Cumming/Dalziel/Derani (CD/GB/BR), Extreme Speed Motorsport, 12 Punkte
...
14. Bernhard/Hartley/Webber (DE/NZ/AU), 1,5 Punkte

Hersteller-WM LMP1:

1. Porsche            56 Punkte
2. Toyota               43 Punkte
3. Audi                  41 Punkte


Fazit:

Sehr erfreulich die Performance von Toyota. Man hat eindeutig -zumindest auf Audi- aufgeholt und war in der Lage Audi zu attackieren. Die Motorprobleme sind hoffentlich bis Le Mans aussortiert.

Audi war im Vergleich zu Porsche erschreckend langsam im Training und auch im Rennen und kämpfte zudem mit technischen Problemen. Der Sieg war sehr glücklich. Ohne den Reifenschaden das Porsche # 1 -und den daraus resultierenden Folgeschäden- hätte "Vorsprung durch Technik"-Audi keine Chance gegen Porsche gehabt.  

Trotzdem ist dieser Sieg verdient. Man war zwar nicht schnell, aber zuverlässig unterwegs.

Aber auch Porsche, die eigentlich standfest seien sollten, da man auf vorhandene Technik aufbaute, musste Federn lassen. Die # 2 fuhr nach wenigen Runden praktisch nur mit dem Turbomotor, ohne E-Unterstützung. Der 2. Platz machte aus den Fahrern der # 2 glückliche Verlierer, denn ohne die technischen Probleme der Konkurrenz wäre max. der 6. Platz in der Hybrid-Klasse möglich gewesen.

Nach der Le Mans-Generalprobe stellt sich ernsthaft die Frage, ob dieses Jahr in Le Mans ein Underdog auf dem Podium steht. Erinnerungen an 1979 werden wach, als ein Porsche 935, der vom Reglement her eigentlich nicht gewinnen konnte, da er viel mehr Tankstops einlegen musste, die 24h von Le Mans  gewann.

Schaun mer mal...

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Fotos: Porsche


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